Das Jahr 1990 PDF Drucken E-Mail

Nach einem schwierigen ersten Jahr erreichten wir eine einigermaßen stabile Gruppe von ungefähr fünfundzwanzig Kindern und Jugendlichen, brachten das Haus in einen bewohnbaren Zustand und gründeten die ersten, selbstverwalteten Werkstätten (Schlüsselanhänger, Karten, Schreinerei, Bäckerei, Küche). Diese Werkstätten hatten zum Ziel, die Jugendlichen sinnvoll zu beschäftigen und ihnen ein bescheidenes Taschengeld zu bezahlen, was für sie sehr wichtig war, da sie als ehemalige Straßenkinder daran gewöhnt waren, immer etwas Geld in der Tasche zu haben. Dadurch gingen die Diebstähle innerhalb der Wohngemeinschaft, die anfangs ein sehr großes Problem gewesen waren, etwas zurück. Allerdings hatten wir noch immer andere Probleme wie Alkoholismus, Konsum von Schnüffeldrogen und Gewalt innerhalb der Gruppe. In den Schulferien unternahmen wir eine fünftägige Wanderung nach Tipuani, die uns von Sorata über die Schneeberge bis in die Urwaldtäler des Andenostabhanges führte.

In der zweiten Jahreshälfte konnten wir zum ersten Mal einen Psychologen einstellen, außerdem den Soziologiestudenten Ivan Nogales, der mit der Theaterarbeit begann. Die finanzielle Unterstützung aus der Schweiz und aus Deutschland nahm erheblich zu. Zusätzlich erhielten wir eine neue Freiwillige (Elena Sullo), die ein ganzes Jahr mithalf.


(Guisela)