Das Jahr 1992 in der Zona Alpacoma in La Paz/El Alto PDF Drucken E-Mail
In diesem Jahr bestand das Projekt aus drei folgenden Stufen:
Erste Stufe:

Die Kinder und Jugendlichen der ersten Stufe lebten getrennt von den Mitgliedern der zweiten und dritten Stufe. Die Mitglieder hier befanden sich in einer Rehabilitationsphase.

Zweite Stufe:

Hier wohnten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die wichtigsten Kriterien für die Zusammensetzung dieser Gruppe waren neben Alter und Herkunft, ihre Fähigkeiten Probleme zu lösen, ihr Interessean einer Schulbildung, ihr Verantwortungsbewusstsein. Diese Gruppe konzentrierte sich nicht mehr so sehr auf Therapie - sondern auf Bildungsprogramme. Sport und Theater gehörten zu den wichtigsten Aktivitäten. Es gab außerdem verschiedene Werkstätten wie zum Beispiel: Kunsthandwerk, Kartenmalerei, Backstube und Näh- und Schreinerarbeiten.

Dritte Stufe:

Die Mitglieder dieser Gruppe erhielten Stipendien, damit sie sich in Berufsbildungszentren einschreiben und verschiedene Ausbildungen beginnen konnten

Die Mehrheit von ihnen hatte nicht die Oberschule abgeschlossen, sondern nur die Grundschule.

Die meisten Mitglieder, die in dieser Zeit zur Schule gingen, besuchten meistens eine Abendschule.

Erfahrungen von Lucio:

Ich denke, dass ich während dieses Prozesses ein wenig verwirrt war. Nach dem Abschluss der Grundschule hatten wir die Möglichkeit, vier handwerkliche Berufe zu erlernen: Schreinerei, Elektrizität, Schneiderei, Klempnerei. Da es nur eine Grundausbildung war, konnte ich trotz einer dreijährigen Lehre keine Arbeit finden. Zu dieser Zeit erkannte ich, dass es nötig war auch das Abitur zu erreichen, um sich weiter verbessern zu können. Als ich aber die Lehre abgeschlossen hatte, musste ich die Einrichtung verlassen, da die Unterstützung nur so lange galt, bis man eine Ausbildung abgeschlossen hatte.

Einmal unabhängig geworden begann ich, zu arbeiten und gleichzeitig auch zu studieren, um die mittlere Reife zu erlangen. Danach ging ich dann zum Wehrdienst.

In den letzten zwei Jahren meiner Studienzeit dachte ich dann daran Psychologie zu studieren, aber ich wusste, dass ich, um mich in der Universität einschreiben zu können, ein Zeugnis vom Wehrdienst brauchte. Aber letztendlich schaffte ich auch dieses Hindernis zu überwinden und heute befinde ich mich in meinem letzten Jahr des Studiums und arbeite bei Tres Soles.

(Lucio, heutiger Psychologe des Projektes)