Erinnerungen aus dem Jahr 1991 PDF Drucken E-Mail

Es kommt mir wie in einem Film vor, aber dieses Jahr hebt sich von anderen ab. Für mich war es der Beginn neuer Erfahrungen: das Kennenlernen neuer Kinder, auch die Umsetzung von neuen Vorschlägen der Jugendlichen und die Herstellung von vielen Sachen in den Werkstätten.

Es bestand die Notwendigkeit, ein neues Haus zu kaufen. Es wurde daran gedacht eine Notschlafstelle für Straßenkinder einzurichten und den älteren Jugendlichen des Projektes eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

In der ersten Stufe wurden Straßenkinder in der Notschlafstelle aufgenommen. Es wurde ihnen die Möglichkeit geboten, sich an ein häusliches Leben zu gewöhnen, in die Schule zu gehen, in den Werkstätten zu arbeiten. Dies alles war noch freiwillig, denn der, der es nicht wünschte, kam einfach nur in der Nacht. In dieser ersten Stufe wurden auch die ersten Mädchen aufgenommen.

Das Haus der zweiten Stufe wurde das " Schloss "genannt, weil es so schön und neu aussah. Dort konnten alle mitmachen, die sich den Regeln angepasst hatten und ein neues Leben beginnen wollten. In ihrer Freizeit arbeiteten sie in selbstverwalteten Werkstätten wie Schreinerei, Schneiderei und Brotbackstube. Wir beschäftigten einen Psychologen mit einer therapeutischen Ausbildung. Zusätzlich gab es Fachpersonal für die Schulaufgabenhilfe und für die soziale Begleitung.

Für die dritte Stufe wurde eine kleine Wohnung gemietet, wo die Jugendlichen, die sich in einer Berufsausbildung befanden, wohnten. Die Einrichtung unterstützte sie mit einem Stipendium. Die größte Hilfe bekamen wir von der Lehrwerkstätte „S.O.S. Kinderdorf", das alle unsere Jugendlichen gratis in ihr Programm aufnahm.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen wuchs unaufhörlich, so dass wir mehr als sechzig waren. Finanziell ging es uns besser, da wir jetzt eine feste Finanzierung für die ersten beiden Stufen hatten.

 

(Lucio, heutiger Psychologe des Projektes)