Jahresausflug im Dezember 2018 – „Sturm in den Bergen“ PDF Drucken E-Mail


In den letzten Jahren habe ich immer wieder über verschiedene kleine Reisen und Ausflüge berichtet, die wir mit den Kindern und Jugendlichen unternehmen und die mit geschichtlichen und literarischen Themen verbunden sind.
Unseren Jahresausflug 2018 in den Minendistrikt von Oruro/Llallagua haben wir mit unserem geplanten Theaterstück, das von den katastrophalen sozialen Verhältnissen, die früher in den Minen herrschten, handelt, verbunden. Das Stück „Sturm in den Bergen“ basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Walter Guevara Arze. Wie immer, wenn wir ein neues Projekt beginnen, haben wir den Text mit unserer Theatergruppe „Ojo Morado“ gemeinschaftlich zu einem Theaterstück umgeschrieben. Darin stirbt die Frau des Bergarbeiters Mamani an einer Lungenentzündung. Um sie würdig beerdigen zu können, muss er sich Geld vom Bergbauunternehmen leihen. Von seinem Lohn wird daraufhin so viel abgezogen, dass er kaum noch seine kleinen Kinder Juanito und Marucha ernähren kann.
Als ein Händler mit seinen Maultieren ins Camp kommt, beschließt Mamani, zu fliehen. Gegen einen Geldbetrag ist der Händler bereit, Juanito und Marucha in ein Nachbardorf zu bringen. Mamani erklärt den Kindern, dass er in der folgenden Nacht nachkäme. Der Händler bricht auf, aber anstatt zügig den Weg über den Pass zu nehmen, der zum Nachbardorf führt, macht er einen Umweg, um eine Ladung von Mineralien abzuholen, die in der Mine gestohlen wurde.
Trotz der Warnung, dass jeden Moment ein Schneesturm ausbrechen kann, schickt er derweilen die Kinder zu Fuß voraus. Bevor er sie wieder einholen kann, werden sie jedoch von einem dieser Stürme überrascht, von denen die Andenhöhen immer wieder mit besonderer Wucht heimgesucht werden. Der Händler kann sie nicht mehr finden und erst im darauffolgenden Frühling werden ihre Leichen aus dem Schnee und Eis geborgen.

Vor Probenbeginn fuhren wir also in den genannten Minendistrikt, um den Ort und seine Geschichte persönlich kennenzulernen. Wir haben neben weiteren Sehenswürdigkeiten eine Zinn-Mine, das Bergbaumuseum und das Museum des bolivianischen Magnaten Simón I. Patiño (1860-1947) besucht. Bis heute wird dem sogenannten „Zinnkönig“ vorgeworfen, die Bergarbeiter erbarmungslos ausgebeutet und massakriert zu haben, wenn sie sich für menschlichere Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzten.
Eines der Ziele des Ausfluges war auch, an den Originalschauplätzen zu filmen und die Aufnahmen als Hintergrundbilder für das geplante Theaterstück zu verwenden.
Natürlich durfte der Spaß auch nicht zu kurz kommen: Wir haben in Oruro eine Gondelbahnfahrt zur Virgen/Marienstatue gemacht und waren im Minendistrikt in einem Thermalbad und haben die Radiostation Pio XII. besucht.

Auch dieser Ausflug wurde wieder großzügig durch eine Spenderin unterstützt!

Stefan Gurtner - Januar 2019

 


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