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Lesereise 2017 PDF Drucken E-Mail

Einen großen Teil der zweiten Jahreshälfte nahm die Planung und Durchführung der dreimonatigen Lesereise in Anspruch, die ich im Herbst teilweise in Begleitung der Leserin und Erzählerin Sabine Jorkowski im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) durchführen konnte. Neu war dieses Mal der Abstecher nach Spanien, wo ich in der Casa de Cultura von Sant Cugat del Valles, in der Nähe von Barcelona, auf Spanisch las und in der deutschsprachigen, evangelischen Gemeinde in Madrid auftrat.
In den  über 50 Lesungen stellten wir das Buch ‚Das Kinder- und Jugendprojekt Tres Soles‘ und die Biografie des deutsch-jüdischen Verlegers Werner Guttentag vor. Dank der Mithilfe vieler Freunde, die auch diesmal wieder vor Ort für kostenlose Unterkunft, Verpflegung und Transport sorgten, konnten das Interesse am Projekt neu geweckt und auch neue Spender gefunden werden. Alle Spenden gingen wie immer direkt auf das Konto von Tres Soles.
Auch diesmal galt es allerdings, einige Abenteuer zu überstehen. Während der Anfahrt auf Hamburg gerieten wir in den Sturm ‚Xavier‘ und mussten buchstäblich Slalom um umgefallene Bäume fahren. In Mannheim kam uns vor einer Schule, wo wir eine Lesung hatten, auf mysteriöse Art und Weise ein Requisitenkoffer abhanden. Nach einigen Nachforschungen stellte es sich heraus, dass eine Sperrmüllfirma ihn mitgenommen hatte. Erst nach zwei Tagen und auf Druck der Schulleitung bekamen wir das gute Stück pünktlich zur nächsten Lesung zurück. Aber es kam noch schlimmer: In einer Schule in Weilburg mussten wir unsere Guttentag-Lesung wegen eines Bombenalarms abbrechen! Ein antisemitischer Hintergrund ist laut Polizei nicht auszuschließen.
Abschließend möchte ich klar unterstreichen,  dass eine solch aufwendige Tournee nur möglich ist, wenn jemand in Europa die Organisation und Koordination  übernimmt. Diese Arbeit ist auch diesmal von Sabine Jorkowski mit Bravour gemeistert worden und zwar auf freiwilliger Basis, ohne einen Cent zu verdienen. Vielen herzlichen Dank an alle, die diesen Gewaltakt möglich gemacht haben!

Stefan Gurtner, Januar 2018

 
3. Treffen der Schweizer und deutschen Partner von Tres Soles PDF Drucken E-Mail

 

Ein Jahrestreffen besonderer Art
Für Samstag, den 21. Oktober, 11.00 Uhr war das alljährlich in Mannheim stattfindende Jahrestreffen der Verantwortlichen von Tres Soles aus der Schweiz und Deutschland geplant.
Ungewöhnlich war, dass der Leiter Stefan Gurtner, der normalerweise tausende von Kilometern entfernt in Bolivien ist, an dem diesjährigen Treffen teilnahm. Der Anlass war seine diesjährige dreimonatige Lesereise, die ihn selbstverständlich auch nach Mannheim in die Pfarrei St. Konrad, jahrzehntelange Stütze des Projekts, führte.
Stefan Gurtner und seine Mitstreiter stellten dankbar fest, dass sich die durch den fallenden Eurokurs kritische Finanzlage etwas entschärft hat und der eingeschlagene Sparkurs nicht weiter nach unten korrigiert werden muss.
Lebhafte Gespräche mit dem für uns so seltenen Gast und ein sehenswerter Kurzfilm über seine langjährige Arbeit rundeten das Treffen ab.

 

 

 
Impressionen Lesereise 2017 PDF Drucken E-Mail

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Brandschutz PDF Drucken E-Mail


Am 8. März 2017 brach in einem staatlichen Kinder- und Jugendheim in Guatemala ein Brand aus. Über 40 Mädchen im Alter von 14-17 Jahren starben, weil sie eingeschlossen waren und es keine Notausgänge gab. Leider wird auch der Brandschutz in Bolivien nicht besonders gross geschrieben. Die Behörden überhäufen uns zwar mit bürokratischen Auflagen, haben aber nie ein Brandschutzkonzept oder einen Evakuierungsplan von uns verlangt. Trotzdem haben wir in Tres Soles und Luis Espinal schon seit Jahren Feuerlöscher. Letztes Jahr wurde zum ersten Mal unter der Anleitung von Spezialisten eine Löschübung abgehalten.
Ein Problem, das wir dringend lösen mussten, war das folgende: Aufgrund der besonderen Problematik, die ‚unsere‘ Jugendlichen mit sich bringen, müssen die Schlafräume der grösseren Jungen und Mädchen strikt getrennt werden. Die Jungen haben ihre Zimmer im Untergeschoss, die Mädchen im Obergeschoss. Um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig nachts aufsuchen, wird der Zugang zum Obergeschoss abgeschlossen. Den Schlüssel zu dieser Tür hat die Nachtbetreuerin, die zusammen mit den Mädchen im Obergeschoss schläft. Sollte ein Brand ausbrechen und die Nachtbetreuerin aus irgendeinem Grund nicht reagieren können, würde sich das Obergeschoss in eine tödliche Falle verwandeln. Darum hat unser Hausmeister und Nachtbetreuer eine Leiter entworfen und fabriziert, die durch das Kappen eines Drahtes heruntergelassen werden kann und als Notausgang dient. Vor einigen Tagen haben wir mit allen Betreuern, Kindern und Jugendlichen eine Übung abgehalten und die Bewohner des Obergeschosses erfolgreich evakuiert.
Anderswo ist es selbstverständlich, dass solche Brandschutzkonzepte und Fluchtpläne schon beim Bau eines Gebäudes berücksichtig werden, hier muss man kreativ sein und selber Hand anlegen. Alle Schilder und Anleitungen wurden von den Jugendlichen selbst entworfen und gemalt. Gott möge verhindern, dass wir sie je in einem Ernstfall anwenden müssen, aber wie besagt das bekannte spanische Sprichwort: „Es ist besser zu verhüten, als sich zu beklagen.“

Stefan Gurtner, August 2017

 
Veröffentlichung von Theaterbändchen PDF Drucken E-Mail


Schon immer war es uns ein Anliegen, die Arbeit unserer Theatergruppe Ojo Morado einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und somit das Selbstvertrauen der jungen Schauspieler und Schauspielerinnen zu stärken. Im Jahr 2004 kamen im Verlag Los Amigos del Libro, mit der Unterstützung der Kulturstiftung Arnoldo Schwimmer, fünf unserer Theaterstücke in Form eines kleinen Taschenbuchs heraus: ‚Das Phantasieland’, ‚Der Blindenführer von Choqueyapu’, ‚Der kleine Prinz’, ‚Der Kinderkreuzzug’ und ‚Bilder eines Abwesenden’. Leider verstarb Werner Guttentag, der Besitzer des Verlages, bald darauf und auch die Stiftung hörte auf, aktiv zu sein. Da unsere Theatergruppe jedoch weiterhin Theaterstücke inszenierte und aufführte, wäre es unserer Meinung nach bedauerlich gewesen, wenn die nachfolgenden Drehbücher nicht auch veröffentlicht worden wären.
„Wir wollen, dass die Gesellschaft die Arbeit, die wir leisten, wahrnimmt und zeigen, zu was wir fähig sind“, heißt es in der von den jugendlichen Schauspielern selbst festgelegten Zielsetzung. Diese wurde in die Planung von Tres Soles aufgenommen und bedeutete die Veröffentlichung von drei weiteren Theaterbändchen: ‚Der Fluch oder das Ende des Inkareiches’, ‚Der Herr der Fliegen in Bolivien’ und ‚Mein Cousin ist mein Vater’.
Diese Drehbücher, die in unserem ‚Miniverlag’, wie wir ihn nannten,  druckreif bearbeitet wurden, waren logischerweise einfacher gestaltet als die, die in Los Amigos del Libro herausgegeben wurden, aber dank der Mithilfe einer ehemaligen Lektorin des Verlags und der Druckereiangestellten, sahen auch sie durchaus akzeptabel aus.
Aus finanziellen Gründen musste der ‚Miniverlag‘ aus unserem Programm gestrichen worden. Dank einer zweckgebundenen Spende von Tres Soles-Schweiz konnten wir jetzt die Idee wieder aufnehmen und das Theaterbändchen ‚Via Crucis tradicional‘ (‚Traditioneller Kreuzweg‘) veröffentlichen, diesmal unter dem Verlagssiegel von ‚No digas nada‘ und mit Illustrierungen.
Unter ´Theater Ojo Morado´  auf unserer Webseite kann man Näheres zu dem jetzt erschienenen Theaterbüchlein sowie zu unseren anderen Produktionen erfahen.
Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren weiter mit diesem kleinen, engagierten Verlag arbeiten und weitere Bändchen veröffentlichen können.

Stefan Gurtner, August 2017

 
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