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4. Treffen der Verantwortlichen von Tres Soles in der Schweiz und in Deutschland PDF Drucken E-Mail

Am Sonntag, dem 2. September 2018, trafen sich in üblicher Runde:
Ursula und Walter Köhli (Vorstand Tres Soles Verein Schweiz) und Barbara und Stefan Heumann (Aktuar Tres Soles Schweiz und Verantwortliche der Tres Soles-Website), Karl-Heinz und Magda Keller (Erste Vorsitzende des Missio-Eine-Welt-Kreises, Mannheim) und Günter und Hermine Haag (Buchhaltung, Mannheim) und Sabine Jorkowski. Es fehlten aus dem Schweizer Vorstand Lotti und Esteban Guttentag (Kassier).

Das Treffen fand wie immer in Mannheim statt.


Einvernehmlich wurde die dieses Mal recht umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Die Finanzen mussten zwischen der Schweiz und Deutschland abgestimmt werden. Die finanzielle Lage ist, wenn es nicht zu einem drastischen Spendeneinbruch kommt, momentan tragbar. Allerdings sind die staatlichen Auflagen von bolivianischer Seite aus nicht kalkulierbar, so dass man keinesfalls von einer entspannten Finanzlage sprechen kann.
Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war der Datenschutz, der vor allem die Website von Tres Soles betrifft, für die Barbara und Stefan Heumann verantwortlich zeichnen und mit großem Engagement für Aktualität sorgen. Engagement wird im Kreis der Verantwortlichen generell groß geschrieben, was sowohl auf den Schweizer Träger Verein zutrifft als auch auf die langjährigen Akteure in der Pfarrei St. Konrad, die Familien Keller und Haag.
Viel zu schnell geht so ein gemeinsamer Tag vorbei, an dem auch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen darf. Darüber sind sich alle einig und freuen sich auf das nächste Treffen, das voraussichtlich wieder an dem ersten Septemberwochenende 2019 stattfinden wird.

Sabine Jorkowski, September 2018

 
Generalversammlung des Trägervereins in der Schweiz PDF Drucken E-Mail

Am 26. Mai 2018 fand die jährliche Generalversammlung des Trägervereins Tres Soles Schweiz in Allmendingen bei Thun statt.

Auf den beiden Fotos sieht man: den 1. Vorsitzenden Walter Köhli, den Kassier Esteban Guttentag, die beiden Kassenprüferinnen Elsbeth Karlen, Elsbeth Pörteners-Hauswirth, sowie den Aktuar (Schriftführer Stefan Heumann).

August 2018

 
Ein neues Dach für Tres Soles PDF Drucken E-Mail

Das Dach von Tres Soles hat genau 20 Jahre gehalten. Als wir 1998 das Haus bauen ließen, wurde es mit Eternitplatten gedeckt. Es hat das Haus und seine Bewohner vor der starken, tropischen Sonne und vor den sintflutartigen Regenfällen, die in diesen Breitengraden vorkommen, geschützt – und seinen Tribut dafür bezahlt.
Die diesjährige Regenzeit war besonders heftig. Nach einem überaus starken Hagelschlag gab es in den Bergen oberhalb des Tals von Cochabamba einen Felssturz. Die Stein- und Erdmassen stauten einen Bach. Schliesslich durchbrach das Wasser diesen künstlichen Damm und eine Schlammlawine ergoss sich über ein Nachbardorf von Quillacollo (wo wir wohnen). Es gab mehrere Tote zu beklagen und die Schäden waren enorm.
Am Morgen nach der Katastrophe in diesem Nachbardorf wurden an der Gipsdecke des obersten Stockwerks des Gebäudes von Tres Soles - wo sich das Psychologiekabinett, die Backstube, die Näh- und Kartenwerkstatt sowie die Aufgabenhilfe befinden – große, feuchte Flecken sichtbar. Als wir auf das Dach stiegen, um nachzuschauen, was los war, trauten wir unseren Augen nicht: die Eternitplatten hatten überall Risse und an einigen Stellen waren sie regelrecht zerbröselt.
Unser Freund Ludwig März vom Verein Inti Runa in Zwingenberg sagte, nachdem er die Fotos gesehen hatte, dass Eternit eigentlich viel länger als 20 Jahre halte und die Platten sicherlich durch die extreme UV-Einstrahlung, die hier  den größten Teil des Jahres herrscht, beeinträchtigt gewesen seien. Wir dürfen nicht vergessen, dass Bolivien  in den Tropen und Tres Soles immerhin auf einer Höhe von 2600 Metern liegt. Ebensowenig dürfen wir vergessen, dass die Produkte, die hier hergestellt werden, nicht dieselbe Qualität haben wie in Europa. Unser Freund von Inti Runa ließ es übrigens nicht bei Worten bewenden, sondern war sofort bereit, für das neue Dach eine zweckgebundene Spende zur Verfügung zu stellen. Wir sind für diese Spende sehr dankbar, auch dafür, dass uns nichts Schlimmeres passiert ist.

Stefan Gurtner, Juni 2018

 
Pferdetherapie PDF Drucken E-Mail

Was machst du in der Pferdetherapie?

– Ich reite auf einem Pferd.

Erzähl mir doch ein bisschen von deinen Erfahrungen, die du gemacht hast!
Wenn ich reite, mache ich Übungen. Zum Beispiel muss ich meine Beine anziehen und danach wieder hängen lassen. Ich drehe mich auch mal im Kreis im Sattel, was die Lehrerin eine Runde um die Welt nennt. Außerdem habe ich gelernt meine Zügel richtig zu halten.

Wie lange machst du das schon?

– Eine Einheit dauert eine Stunde und bis jetzt bin ich drei Monate zur Therapie gegangen.

Wie oft gehst du in der Woche dorthin?

– Ich gehe zweimal in der Woche.

Was war bisher das Beste?

– Das Beste war, dass mich die Lehrerin viel gelobt hat.

Wie vereinbarst du das mit der Schule?

– Ich mache erst meine Hausaufgaben und später gehe ich zu den Pferden. Danach lerne ich.

Wie heißt dein Pferd?

– Ich habe erst vor kurzem mein Pferd gewechselt. Erst war es Brisa und das Pferd, das ich jetzt reite, heißt Dino.

Wie ist Brisa so?

– Brisa ist grausilbern und hat eine blonde Mähne. Manchmal ist sie eine Zicke, aber sie ist auch sehr süß.

Was musst du machen, bevor du reitest?

– Als Erstes mache ich das Pferd sauber. Danach muss ich die Decke und den Sattel auflegen und dann das Zaumzeug.

Sind bei der Therapie noch andere Kinder?

– Ja, ich gehe immer in einer Gruppe von fünf bis sechs. Ich reite zusammen mit Kindern aus Tres Soles, aber einige sind auch nicht von dort.

Weißt du, wie sie heißen?

– Sie heißen Rodrigo und Alejandro.

Gefällt es dir bei den Pferden? Was gefällt dir?

– Ja, mir gefällt es sehr gut und das Beste ist zu Traben.

Ist die Therapie in der Nähe von Tres Soles?

– Ja.

Wie lange dauert der Weg?

– Circa 30 Minuten.

Welches Verkehrsmittel nehmt ihr?

– Wir fahren mit einem Trufi der direkten Linie Antofagasta.

Wie fühlst du dich, wenn du reitest?

– Mich erstaunen die Pferde und ich fühle mich frei, wenn ich reite.

Ein Junge, 14 Jahre alt/ Ein Mädchen, elf Jahre alt

 
Installationen PDF Drucken E-Mail

Vor vielen Jahren stellte Carmen, eine kreative Freiwillige, eine lebensgroße Puppe aus Gips her, die nach den Körperteilen verschiedener Kinder aus unserer Wohngemeinschaft geformt war. Die Figur hieß Pingo und wir befestigten sie an einem Holzgeländer über dem Hof. Sie blieb dort längere Zeit, schneeweiß und unbemalt, bis wir das Theaterstück ‚Der Fluch oder das Ende des Inkareichs’ inszenierten. Zu der Ausstaffierung unseres Theaterstücks gehörten prächtige Kostüme, die wir nach historischen Vorlagen alle selbst genäht hatten. „Es wäre schade, diese Kostüme einzumotten“, meinte Braulio, einer unserer ältesten und erfahrensten Schauspieler, nach der letzten Aufführung. „Was könnten wir damit nur anfangen?“
„Warum verkleiden wir damit nicht Pingo als den Inkakönig Atawallpa?“, fragte jemand. Ich war sofort Feuer und Flamme. Nicht nur Pingo wurde als Atawallpa verkleidet, sondern wir bauten eine weitere Puppe, die einen Spanier mit seiner Feuerbüchse darstellte. Unsere erste ‚Installation’ war entstanden.
‚Installationen‘ sind fraglos verwandt mit der Mal- und Bildhauerkunst. Schlägt man den Begriff im Lexikon nach, so versteht man in der bildenden Kunst unter Installationen eine dreidimensionale Kunstform im Innen- und Außenraum, die die Verwendung jeglichen Materials, wie auch von Zeit, Licht, Klang und Bewegung zulässt.
 
Es wurde bei uns zur Tradition, dass nach jedem aufgeführten Theaterstück den Puppen die jeweiligen Kostüme angezogen und mit ihnen Szenen nachgestellt wurden, um das Stück nachwirken zu lassen. Zur Vertiefung des Stücks ‚Mein Cousin ist mein Vater’ haben wir ebenfalls darin vorkommende Figuren als Installation dargestellt. Es geht in dem Stück um Misshandlungen in der Familie, gerichtet gegen Frau und Kind, hervorgerufen durch den in Bolivien immer noch weit verbreiteten Machismo.
Um den Inhalt von ‚Mein Cousin ist mein Vater‘ zu thematisieren, haben wir an unserem hölzernen Geländer, das den Installationen dient, die Figur des Vaters befestigt, der ein kleines Kind auf seinem Schoß hält und ihm die Milchflasche gibt. Neben ihm ist seine Frau mit einer Sichel in der Hand zu sehen. In Höhe der Köpfe  sind Sprechblasen auf Holzschildern wie in Comics  zu sehen, auf denen geschrieben steht, was die Eheleute zueinander sagen. Sie, die Ehefrau, sagt: „Ich lasse das Kind bei dir.“ Der Ehemann antwortet: „Ist in Ordnung, geh nur arbeiten.“
An dieser Stelle muss betont werden, dass in breiten Kreisen der bolivianischen Gesellschaft ein Mann, der sich um Haushalt und Kinder kümmert, als merkwürdig und sogar als schwul – maricón– verspottet wird. In Tres Soles dahingegen werden alle Arbeiten konsequent von Jungen und Mädchen durchgeführt, sei es in der Küche, sei es die Sauberhaltung des Hauses oder die Arbeit in den Werkstätten.
In letzter Zeit entstanden auch Installationen frei nach Ideen der Kinder und Jugendlichen. Die letzte entstand während der Schulferien. Zwei lebensgroße Puppen, die die jüngeren Geschwister von unserem verkleideten Pingo darstellen, beleidigen sich gegenseitig. Pingo, der größere Bruder, ermahnt sie jedoch zu einem geschwisterlichen, respektvollen Umgang miteinander. Das Bild ist zweifellos sehr dazu geeignet, um gemeinsam mit allfälligen Streithähnen, die es in der Wohngemeinschaft immer gibt, über ihr Verhalten zu sprechen und sie zum Nachzudenken anzuregen.

Stefan Gurtner, März 2018

 
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